Familie

Splitter einer Unterhaltung wirken noch nach..
 Familie- wie habe ich mir Familie erdacht, als mein 1. Kind kam?
 Was hat mich abgehalten?

Nehme wahr, dass manche warten, bis ihr Partner sich entwickelt, die Ehe sich stabilisiert, das Geld reicht oder ablehnen, weil sie es sich selbst gar nicht zutrauen oder zumuten wollen.
Und dann... wie lebt sich Familie dann?
Wann ist diese Gruppe aus Ehe plus Baby eine Familie?

Wie war es wohl bei meinen Eltern?
Wie war bei bei mir?

ich war Studentin und hatte wenig Vorstellungen von Familie: ich wollte keine- Eher ein Kinderheim oder Freizeitheim in Spanien.
Dann meldete sich Kind 1 an. Mein Hirn wurde mit schwanger und ich blieb auch noch Studentin. Hab viel beobachtet: wie leben Eltern? Was will ich? Was passt zu mir?
ich kann heute nicht mehr sagen, wie oft wir als Paar über die Veränderungen gesprochen haben- wie wir uns vorbereitet haben. Ich hab gelesen: zwei Kurse gemacht; den Hechelkurs und einen zur inneren Vorbereitung. Beide waren Gold wert.
Aber ob wir uns etwas vorgenommen haben? Keine Ahnung..Ich schon: es muß so weiter gehen wie vorher. Schon vor 15 Jahren gab es den blöden Trend, dass Frauen fix wieder in die alte Jeans passen und es sich erzählen, wieder bummeln gehen ( und dafür auch abstillen) und das alte Leben wenig unterbrechen lassen.

Dann kam Timna. Wunderbare Prinzessin auf der Erbse. Sie beklagte den unsanften Weg ins Leben durch 4 Wochen zu früh geholt werden und ich auch: ich fühlte mich plötzlich allein. Ich bin jetzt definitiv erwachsen. Allein für diese Maus verantwortlich-klar mit Henrik. Aber wenn er nicht da ist, dann.....puh!
ich kann Mummys verstehen, die sich allein fühlen, denen ein Tag zu lang vorkommt... und doch: aus dieser Schrecksekunde ins Mutterseinwachsen- das ist meine Toperrungenschaft gewesen bis heute!
ICH HABE ES GESCHAFFT_ trotz blutender Nasen, Niveacreme im Wohnzimmer, einkaufen mit max 3 Kids...gescheiterten Diäten, abgebrochenen Sportkursen, gemeisterten Ehekrisen- ich bin Mummy!
Die ersten 5 Monate waren am Limit- Lächeln und in die alte Hose passend. Zuhause aber dann Tränen, Wut und Hilflosigkeit. warum fühle ich mich so eingeengt, Bin ich so egoistisch? Das arme Kind! Wenn ich nachts um 2, 4 und 6h stillte hatte ich das Gefühl: ich bin die EINZIGE, die nachts wach ist und habe gelitten. Heute frag ich mich: warum bin ich augestanden und habe es mir mit dem kleinen Menschen nicht im warmen Bett gemütlich gemacht?
Warum weint sie so viel?
Warum verunsichern mich all die Tipps und Kommentare?

Als wir ein Jahr Familie waren haben wir angefangen mehr über unsere Strukturen nachzudenken: wie essen wir? was? wo? Wie verbringen wir bewußt Zeit mit Timna? Unser Familiengefühl entstand: nichts, was sich vorher absprechen und klären lies. Nichts was planbar ist.
Aber immer motiviert von anderen Familien mit Ausstrahlung, von Büchern oder Vorträgen von team F etc.
Familie geht nicht einfach- Familie ist Arbeit, Fortbildungsnötig
Ich muß meine Familienerfahrung ablegen und offen sein für das, was sich in meiner kleinen Familie entwickelt.
 Mir ist zB bis heute wichtig, das Kinder nicht tricksen oder die Eltern beschummelt. Kinder, die das tun, um an ihr Ziel zu kommen, finde ich nicht so niedlich...Anderen Eltern ist das total egal: sie sind dem Charme des Keks stibizenden Jungen jedesmal erlegen. In meiner Familie ginge das nicht- da spüre ich: es ist so ein arg persönliches Konstrukt.

Ich habe die Kids,wenn sie 5 Jahre alt waren die 3 Strassen im Baugebiet alleine zum Kigafahren lassen. Tarik sogar schon mit 4....Sie durften mit 6 alleine zur Bücherei. Zur Freundin. ich bin da nicht ängstlich.
Andere Familien sind da sorgfältiger- bringen das Kind bis es 15 J ist zur Schule...So persönlich ist Familie.

Ich kenne eine Familie da dürfen Kinder kein Eis ("warum sollten sie?")- ich habe nie darüber nachgedacht, warum sie es nicht sollten.

Das Betrachten der Familien hat mir geholfen: meinen Stil zu finden, mich hinterfragen zu lassen, mich aufzuwecken. Dazu gehört auch die Offenheit seine Ansichten nicht als Weltweisheit zu empfinden. Offen sein für Wirkung von Verhalten, Miteinander. Das ist Familie. Meine ist Baustelle- immer.
ich bin kein typ für " ich kann mein Kind nicht zwingen?" ( nee? wieso nicht? es ist 2 Jahre alt und muß angeschnallt sein!"  " nee? es zwingt dich durch sein Brüllen doch auch!") oder " da kann man nichts machen!" ( teenager spricht nicht mit den Eltern), " das geht bei uns nicht!" ( Vorlesen)... ich denke, viel geht, vieles ist machbar- vieles liegt an meiner Haltung!

 Wenn ich an die ersten 5 jahre Familie- Tappsschritte denke, fallen mir ein
Badezimmerfeste
Vorlesestunden
Kleisterberge an Regentagen
Müde sein zum Umfallen
Fassungslosigkeit über so viel Chaos
laut Kindermusik von Kallauch und Jöcker singen und tanzen
TV immer erst ab 18h und dann ohne Schimpfen nach der Sendung ausschalten
jeden Tag raus, Blätter suchen, rennen, Tiere ansehen, mit Gott sprechen
immer weniger  "Tütenessen" immer mehr bewusstes Kochen
Gastgeber sein lernen
Gemütlichkeitshosen
Petterson und Findus Zimmer
Segnen am Bett, vor dem Kiga
Gebetskreis
Anschaffen von Bilderbüchern, Lego, ...auf Flohmärkten
Sonntagsessen mit vielen Menschen, Ausflüge,
Tränen, Wutausbrüche bei Mutter und Kinderschar
" Nein" " Bitte" " Stop" lernen- bis zum ff! Bis heute zucke ich, wenn Kinder sagen " ich will was trinken!" oder bei dem Nein der Mutter weitermachen und die Mutter seufzt nur...
 Zeltfreizeiten
Warten auf den Pastoren- Mann, warten, warten 
Kuschelalarm im Ehebett
dafür wenig Raum für Großfamilie, Nachhaltigkeit, Sport ( ist nicht so unsres)



Und deine Entwicklung zur Familie?

Kommentare

Beliebte Posts