Realität

gerade in den letzten tagen habe ich wieder viel denken müssen... ( ja, andere haben eine Erkältung, ich hab "denken"...:)

Es scheint sie zu geben, die Menschen, die begabt sind für Familie, für Kinder... die schimpfen zur rechten Zeit, streng sind, wenn es fördert,. liebvoll die Hürden meistern. dabei sich selber fördern und durch verantwortungsvolle Jobs in Kirche und Gesellschaft formen.

Ja

Und wenn dann das Honigglas von der Arbeitsfläsche rutscht, auf den Fliesen zerspringt, das eine Kind tobt weil es keine Hausaufgaben mag, das andere Kind Muster in Gardinen schneidet, der Mann nicht aus seinem Job weg kann- seit tagen, wochen...dann...

Das ist Realität. meine. Ich bin noch nie so in Stimmungsschwankungen gekommen, wie durch unsere Kinder. Realität- nur für mich?
Bei Erschöpfung werden alte Muster, die wir in uns entdeckt haben und bearbeitet haben wieder sichtbar...
Sie knallen hoch, wie ein Gummiband. ich habe mich erschrocken abgewandt, weil ich dachte: diese Realität tut so weh- nee... das darf nicht sein. Ist aber: tägliches Anzweifeln, müde sein, mich über einen niegekannten Ton von mir ärgern, über meinen Zorn, der sich auf meinen Mann erstreckt, auf mich, auf meine Schwächen...Weg damit.

Bis zum nächsten schrägen Tag...KNALL- das Aufklappen des "Stressgummis" hat mir und den Kindern seelsiche Verletzungen gebracht: nie vergesse ich den Blick meines Kindes, als ich es angeschrien hatte- weil ich erschöpft war. So ein Mist...( keine Angst, unsere Kinder sind bei uns in Sicherheit- ich weiß, es gibt Eltern, die immer ruhig bleiben...die dürfen in einem anderen blog weiterlesen:))
Und dann? Erschrocken später zu merken- sie brüllen mich an, weil ich...

Lange hat es gedauert bis ich Mut hatte anzusehen, was da in mir hochschnallt. Warum ich so angespannt bin, so entnervt, so perfektionistisch. Warum meine Fensterdeko wichtiger ist, als meine Gelassenheit ...heute hab ich zB keine Deko mehr im Fenster. Nur wenn es schnell geht und spitze aussieht.
Lange gekämpft
zu lange
leider

beim Hinsehen entdecke ich: vielen familien geht das so... Und ich wünsche ihnen den Mut diese Erschöpfung als Chance zu nutzen an sich zu arbeiten...nicht zuzulassen alte Lebensthemen als Zerstörung zu Wort kommen zu lassen...
Helden sind die für mich, die sich zu Wort melden- davon erzählen. Zugeben, dass sie sich grämen...
Ihre Realität nicht so liebgewinnen wollen.

Was meine Realität verändert hat:
Lautstärke minimieren: selten Musik an, hallende Räume meiden, Haustelefon. Meine Ohren reagieren stark auf lärm...
Essen vereinfachen: Käsebrote für alle schmieren, Rohkost. Fretig, Abendbrot: in 5 Minuten gemacht, in 5 weggeräumt. Am Tisch sitzend habe ich so Kraft fürs Reden und Ermahnen. Gerichte vorkochen/ einfrieren. ich bin nicht so extrem gut im Kochen. Aber ich koche: jeden Mittag in 30 Minuten.
Mittagpause lesen, schlafen, ausruhen, dabei keinen Ton....nichts...
frische Luft im Gegensatz zu heute mit Teens, bin ich jeden Tag die ersten 8 Jahre nachmittags raus. Kind 1 hinbringen zu XY, abholen, Milch kaufen, Spielplatz...Das Warten am Biotop auf die kleinen Mäuse hat mich entstresst. Manchmal hab ich hier auch geweint oder mein Kind neu liebgewonnen...unfassbar für mich, dass es Eltern gibt, die Tag für Tag im Haus sind. ich hätte einen Koller bekommen.





Kommentare

  1. Hallo,

    ich grüße dich lieb. Leider gibt es sie, diese Tage. Aber sie sind auch immer gut, denn sie bringen einen dazu, zu reflektieren und zu ändern. Wieder neu zu beginnen und anders weiter zu gehen. Kinder bringen uns an unsere Grenzen und auch darüber hinaus und sie erweitern unseren Horizont immer wieder.

    Andrea

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