kinder anschreien



übrigens kein Artikel für stets ruhige Eltern... die werden nur die Augenbraue verwundert hochziehen.

ja
mir passiert das- da bin ich sicher eine fette Aussnahme.
Vor ein paar Tagen war so ein Tag.

Nichts gelang- z.b. ich hatte so Appetitt auf was Leckeres und meine Dinkel.Zimt Schnecken sehen sch*** aus und schmecken auch so..
Dann überall Leben um mich- Krümel, Menschen, Fragen, Zettel; Fenster, die nach dem Putzen schlimmer aussahen als vorher,Anrufe, Wäscheberge, Gedanken, Einkäufe und Geräusche.

" Mama, können wir noch meine Schulbücher bestellen?"
ernte dann anstatt "danke, puh Superhinweis...!" ein " MAAAAAAAAAAAAAAAAAAn...IMMEr muß´ich ALLEs machen...!" ( mein persönlicher Klassiker für Anspannung!")
schlimnmere Szenen poste ich nicht, um mich nicht noch mehr zu schämen.

Seit ich Kinder habe beschäftigt mich das Thema... Sehe an meinen und anderen Kindern, wie die Seelentür etwas zu geht, das Herz zuckt, wenn die Eltern das Kind anbrüllen.
Ich weiß noch fast mit Datum, wann ich meine 2. zum ersten Mal angebrüllt hab- warum nicht mehr. Aber den Blick, das innere Seufzen, dass zerbröselnde "Mama- Hält zu mir" Bild...

Nun brülle ich schnell und oft- bin laut, explosiv- auch nicht nur bei meinen Kinder- ich kann auch mit Bügeleisen hadern, Tomatensoße. Wimperntusche und.....
 Aber
das Anschreien meiner Kinder hat eine tiefe Nebennuance.
Da die Erschöpfung der Kleinkindphase zurückgewichen ist, sehe ich nun mein Handeln mehr als kritisch. Mit neuen Hinweisen...für mich, vielleicht auch für dich?

Woher kommt das Gefühl, die Kinder NERVEN? Fordern?
Wieso denken Eltern dass Kinder nicht spürbar sein müssen? Das RUHE so wichtig ist? 
Im Gespräch mit einer Psychotherapetin kam es auf das Thema Trotz, trotzig sein....Ein Thema, dass mit der Kindheit abgeschlossen sein sollte. Nicht weniger Erwachsene trotzen jedoch weiter. 
Reagieren in herausforderungen "trotzig"- " will ich nicht basta!"
Diese Haltung erschwert den Kindern eine Orientierung an den Eltern, da sie unbewusst in diesem Moment die Rolle des Erwachsenen übernehmen.
Im Streit erwachsen zu bleiben muss nicht heißen auch immer besonnen und ruhig zu sein. Es meint- ich strample und schreie nicht, als sei ich die 3 Jährige. Frage nicht  mein Kind "warum?" " was hast du nur?", denke und sage nicht" das machst du mit Absicht- warum nervst du nur... sei mal lieb!"

Gestern hatte ich mit meinem Sohn ein Gespräch über das Anzicken, Anbrüllen....
Er hat mein Anliegen sofort verstanden und tiptop reagiert: seine Sicht der Alltagssituationen beschrieben und mir Tipps gegeben...
Da schrillte nochmal meine Alarmglocke auf: wer ist hier Erwachsen?
Ob er Angst habe? Ein kurzer Blick und Schulterzucken, dann Grinsen. ich deute das mal als "Zwischendurch, ja Mama!"

Was mich beschäftigt sind gerade die Reaktionen auf dieses Thema bei den Erwachsenen:
" ist doch normal...Wenn se nerven gibts was!"
" ich bin so...geht nicht anders!"
" ich mag halt keine Kinder!"
" Hart aber herzlich!"
" egal...oder? Und wenn nicht ...ist es mir trotzdem egal...!"
ich bin auch dafür, dass Kinder und Ehepartner lernen sich mit ihren Emotionen mitzuteilen, rumzuzicken, Worte zu suchen.
Kenne genug Kinder und Jugendliche, die berichten, dass Zuhause nicht gestritten wird und beim Austausch der sachlichen Inforamtionen die Herzensbildung nicht mit kommt. Ein Gefühl der Gefühlskälte wird sogar beschrieben...

Versuche persönlich da die Mahnungen aus Jakobus 3, Die Bibel in mir wach zu halten. Nicht reden und schweigen für unsere Familie undenkbar.
Zu viel Explosionskraft eher:) Aber üben die Macht der Zunge und der Worte bewusst zu achten- das ist mir wichtig.
 kein
" Du spinnst!"
" Du nervst!"
über andere, oder gar Lehrer der Kids, den Gemeindepastor/ Ältesten:
" Der XY ist so ein Dreckstyp!"
" Ich kann die XY nicht ertragen, sie ist so....!"


Da sehe ich meine Verantwortung- was ich nicht kann, darf ich mit Gottes Hilfe neu ansehen. Neu versuchen.
Mich beherrschen üben, zum Beispiel.
Im Gespräch bleiben mit meinem Mann, Begleitern, meinen Kindern. Deutlich machen, wann und wie ich  empfinde und lernen, wie mein Gegenüber empfindet.
Merken, wenn ich super angespannt bin und dies auch mitteilen. Seit ich Kinder habe muß und will ich ihnen zu Liebe diese Fähigkeit trainieren.

Ich kenne Beispiele, da tickt ein Elternteil wegen Nebensächlichkeiten ( für mich) so aus, dass es fast lustig ist.  Brüllen, stampfen, Arme verschränken- das volle Programm. Aber leider nur für uns Betrachter- mit geübtem Auge stellt man fest: alle erstarren ( auch weitere Erwachsene). Die Unterhaltung kommt zum Erliegen, Flüsterton, rausgehen,...Diese Atmo soll "gut" für Kinder sein?

Die Beziehung wird herausgefordert und nur weil eine Gewöhnung eintritt, heisst es noch lange nicht, dass es gut ist.Nein- erstarren ist nicht gut.
Ich las einen Blogeintrag, dass Kinder von brüllenden Eltern damit gut umgehen können und die Eltern so kennen. Das zweifle ich an. Ich hätte gern mehr Worte für meine Gedanken ,aber ich find keine...

Ich möchte Mut machen sich als Eltern mit hang zum Laut werden nicht als " is so!" zu empfinden.
ich will es nicht so.
Will zwar streiten, aber das wie ist mir wichtig!
Will auf meine Handlungen zu meinen Kindern achten.
Will mich entwickeln.
darf
kann

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