da will ich nicht drüber reden

in meiner Schmerzklinik ist das spannenste die Gruppentherapie.
Da sitzen 12 Menschen, die sich nicht kennen im Kreis. Und jedesmal wundert es mich, wie die leiterin ( Ärztin) es schafft uns durch Fragen an unsere persönlichen Themen zu führen. Heute hat sie es noch mal erklärt:
warum reagiere ich auf eine Person? Wen mag ich? und wen nicht und warum?

Was mich besonders innerlich aufregt sind die, die per Körpersprache zeigen, dass sie  "zu" machen, Kommentare zischen und dann aber bei einer Nachfrage sagen "ich will nicht drüber sprechen". AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHH
Dazu sind wir aber hier.

Ich beobachte in diesen Situationen,wie verschieden Menschen sind: mein Thema kann NUR von mir persönlich bearbeitet werden. oder jemand darf mir eine Rückmeldung geben und ich habe Mut zur Offenheit meines Gegenübers.

In der Szene, die ich jetzt beschreibe sind die Personen und Reaktionen stark verfremdet- keine Rückschlüsse nötig und möglich.

Es ging in den letzten Wochen immer wieder um das Bemuttern/ Mutter haben/ Mutter sein.
Ein Thema, dass jeden in seiner Biografie beschäftigt. Von den 12 Personen können nur 2 sagen, dass sie eine liebevolle Mutter haben/ hatten, die ihnen Mut zu Freiräumen gewährt hat. Wo Trotz und Wut erlaubt war. Abgrenzung möglich war, lieb sein überflüssig.
Die anderen Menschen beschreiben ihren Kummer wegen der Übermutterung, die Folgen von Gefühlskälte, Egoismus, Verlassen worden sein,  das verkauft worden sein für emotionale oder sex Zwecke.
Es ist erstaunlich, wie heftig beim Betrachten die Gefühle deutliche Zeichen setzen. Da gibt es noch Trauer, Wut, Hilfosigkeit. Missverstanden werden, übersehen werden
Noch erstaunlicher ist, dass es ( gegen meine Vermutung) sortiert und aufräumt diese Sätze, Tränen, Anklagen auszusprechen. Sogar dem Anderen dabei zu zuhören hat anregende Wirkung.

Mutter sein
Wie präge ich die Sicht auf die Welt? Sind Menschen böse ? Muß ich und mein Kind ebenfalls für mein Recht kämpfen( und am meisten Nikoläuse sammlen im öffentlichen Fest- egal, ob die Anderen etwas bekommen?)? Diene ich den Anderen und vergesse mich? Stehen meine Bedürfnisse und die des Kindes im Fluss/ Gleichgewicht? Warum nervt mich mein Kind?Brauche ich mein Kind zu etwas? Dürfen Andere mein Kind prägen?Kann ich meine erwachsenen Kinder ziehen lassen, oder suche ich dringend nach neuen verbindenden Themen/ Hobbies um mit den Kind verbunden zu bleiben?

Für jemanden in der Gruppe ein besonders schmerzhaftes Thema. An dem Gluckenhaften, Übereifrigen und an den Bemerkungen zu diesen Gesprächen kann man es spüren. Dann die Nachfrage "Hat das Thema Geborgneheit auch mit Ihnen zu tun Frau X?" " Ähh Nein. Darüber will ich nicht reden!"
Fast unmerklich atmet die Gruppe stöhnend aus- wieso denn immer noch nicht? Wie soll ihr geholfen werden?

Mich motiviert dieses Setting neu: Mutter sein darf Thema sein
Es gibt Möglichkeiten sich zu reiben und neu zu positionieren. Gibt in vielen Kirchen und Kirchengemeinden gute Gesprächspartner. Bücher, die Zeitschrift family.
Und: sprechen und ausdrücken hilft.
 Ja, ich bin nun ein Therapiefan:) und freu mich auf neue Austauschformen in meinem Alltag.

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