Klar sagen....

sich positionieren.
Fängt so oft so klein an.
Hilft, um seinen Weg zu finden, in Zufriedenheit zu kommen, die zu mir gehört.


Neben mir steht ein Mädel beim Kirchenmittagessen und guckt mich an. Lange, Groß. Fragend  ziehe ich die Augenbraue hoch. Der Kuchen hatte sich unten den Tisch verabschiedet. Sie hatte versucht es mit dem Fúß wegzuwischen. Mit dem Vertuschungsversuch wurde ein Matschskandal draus. ich nehme schweigend den Blick wieder auf. Sie hält stand und deutet mit dem Finger drauf. Da ich nicht reagiere sagt sie " da!".
Ich weiß, mütterlich reagiert wäre " Oh, brauchst du ein Tuch? Oh weia... ich helf dir!".
Ich habe gefragt: "was möchtest du mir sagen?"
das Kind ging weg
Matsch blieb.
Die Mutter hat übrigens den Schuh gesäubert, den Boden nicht.

nach dieser Szene hab ich den ganzen Tag übers "nicht sprechen" gegrübelt.
das wir so oft wissen, was ein Blick sagen soll.
Wirklich wissen?
Das gerade Mütter so schnell sind und HAndeln, ohne das Kind üben zu lassen " DRÜCK DICH AUS!"

dann ist ein Kind plötzlich 20 Jahre und soll sagen, was ihm am Sommer gefällt und er zuckt mit den Schultern. " Normal....Eis halt....und Sonne!"


Oder eine Mummy sagt über ihren Sohn ( 18 Monate) "er ist so schüchtern"- dabei schaut er sich gerne erstmal um, wenn er einen Raum betritt. Wer ist bei diesem Treffen dabei? Gibt es Menschen, die ich wiedererkenne?  Die Mutter sagt, was er denkt...

Je älter schweigende Kinder werden, desto mehr sprechen die Mütter. ich weiß wovon ich rede. Bis heute muß ich an mich halten, um zu warten, was meine Kinder ausdrücken wollen, wenn sie schweigen.

Will lernen mir zu verkneifen;: "Nein, sie mag Nudeln nicht mit Soße!",
 " Das Warten ärgert ihn so, dass er nicht gerne Rücksicht nimmt, leider!",
" wenn er müde ist, ist er schnell unfreundlich!".,
 " Sie feut sich, das kann man gerade sehen...!"
ich stelle meine Worte zur Verfügung- das ist toll und richtig im Alter von 0.-4 Jahren.
 Danach darf es dabei bleiben Fragen zu stellen, den Blick zu suchen.
" Kann ich dir helfen?"
" Was brauchst du gerade?"
" Was ärgert dich?"
" was macht dich so fröhlich?"

Seit 15 Jahren machen wir pädagogisches Zeug am Essenstisch mit so Feedbackrunden
" Wie war dein Tag?"
" Was macht dich heute glücklich?"
" Wem wünscht du heute Gutes?"

das Worte finden wurde mehr und mehr geübt- auch für die eher schweigenden Kinder.
Für Gäste an unserem Tisch manchmal befremdlich " Muss ich was sagen?" und doch: ich bin Fan davon zu hören, wa smeine Familie sagt, meine Freunde sagen. Wie sie Gedanken und Emotionen ausdrücken.
Manchmal machen wir ne Runde
 "Was ich mir für Ostern wünsche?"
" Was mir an Deutschland gerade Angst macht!"
" Wenn ich alt bin, möchte ich..."



Das stumme Hinhalten eines blutenden Knies habe ich ignoriert.
Das Weinen und Jammern und Durchdrehen- ohne erklärende Worte, was im Herzen ist- hab ich kommentiert.
Der hingehaltene leere Becher wurde ohne einen Satz " ich möchte bitte etwas trinken!" nicht gefüllt.
Der Satz " mein Handyguthaben ist leer..." wird ignoriert.
Fies?

Für mich sind das Übungen fürs Leben. ich darf sie als Mutter trainieren, als Vater ermutigen.
Damit mein Kind später Worte findet.
Um dem Ehepartner zusagen: " ich sehne mich nach Schwung, können wir nicht mal...."
Oder dem Chef zu entgegnen: " ich sehe diese Situation anders1"
Um Ungerechtigkeiten zu benennen: " ich möchte nicht, dass Witze über Türken gemacht werden."

Kinder, die schwiegen lernen, bleiben wenig gestaltend.
Kinder, deren Eltern sprechen erleben weniger die Selbstwirksamkeit, die zufrieden und mutig macht.

Mal sehn, was ich heute mit meinen schweigenden Kindern besprechen kann

Kommentare

Beliebte Posts