schwarz weiß

heut ist ein Tag zum Weglaufen
wenn ich nur wüsste wohin


Ich hatte heute nach langem einen freien Vormittag.Er ging mit Grünkohl kaufen ( wo bitte in RLP?) und rumorganisieren vorbei, dann schnell Kg und hops Essen kochen und weiter zum Elternsprechtag.

Erst da fiel mir auf, wie ko ich bin, denn ich hätte losheulen können. Einfach, weil mein Kind gelobt wurde.
Zum Glück fand er es nicht so schlimm, sondern " lieb".


Weitergehetzt ( Mama, kannst du meine Lektüre abholen? Mama, gehst du noch einkaufen, ich brauch was für nen Salat? ), um dann zu merken: ich seh Doppelbilder.
Das ist nicht so schlimm, wie es sich anhört.
Seit 3 Jahren nehme ich Antidepressiva, um mein Hochsensibles Ich zu motivieren weniger zu spüren. Weniger Schmerzen und weniger an Gerüchen und Geräuschen an Botschaften in Stimmen und Blicken Anderer. Seit Wochen reduziere ich nun. Will mal wieder erleben, wie ich bin.
Vor allem aber auch die fiesen zusätzlichen Wassereinlagerungen loswerden.
Nun also seit 3 Tagen ganz ohne und das macht im Gehirn erstmal " Hä?????"

Leider spüre ich schon heute wieder sehr viel, Zu viel.
Frage mich was ich kann. Fühle mich übersehen und ausgegrenzt. Soll mich mitfreuen und weine, weil ich raus bin.
Bekomme seltsame Mails mit Du Botschaften und Tipps für Predigt Youtube Dingsbums.
Ich habe mich 20 Jahre lang mit Jugendarbeit in einer Kirche verausgabt. Nach der Gruppenstunde war vor der Gruppenstunde. Oft waren mir die 45 Gruppenstunden pro Jahr zu wenig für die Ideen, die mir kamen. Mein Hirn arbeitet so: ich sehe einen Menschen, eine Zeitungsschlagzeile und hab ne Andachtsidee im Kopf. Aber nicht so: sitzen und erzählen, sondern ausprobieren und erleben.
Nun produziert mein Hirn für Nichts...
Es lässt sich gerade nicht stoppen, auch wenn mir Ersatzbeschäftigungen vor die Füße gelegt werden.

Ich leider immer noch am "aus". Fühle mich ampotiert und jammere über Phantomschmerzen. Was aber am grässlichsten ist: ich finde keinen neuen Platz.
Wenn ich das schreibe, schiessen mir Tränen ins Gesicht.
Kein Platz für einen Menschen, der zu viel spürt. Der Schmerzen bekommt, wenn jemand anderes unglücklich ist.
Kein Platz für meine Werte, die jetzt einfach vorbei sind. Abgelegt. Alt- unwichtig.
Kein Platz für wilde Kreativität, Kerzen, Karten.


Kein Platz für mich in Schulungen, Gremien.
Kein Platz in meinem Alltag- der wahrscheinlich pippifatz ist und mich doch so sehr fordert.


Nein, ich will keine Tipps, keinen Frauenhauskreis leiten, kein Dies und das.
Ich will einfach aufhören diesen Loslass -Schmerz zu haben. Das ist doof. Ich bin sooooo anstrengend für die Menschen, die jetzt sich voll reinhängen, mehr als 100% geben, sich vor Ideen kaum halten können, die die Teens und Jugendlichen lieben haben und umbeten.

Mein schwarz- weiß denken ist da so, dass ich am liebsten...ach ich sags lieber nicht.
ich versuch mich bei Jesus anzukuscheln und die Ideen Geduld und Weisheit für mein Leben zu entdecken.

Heulen könnte ich trotzdem.
Vielleicht bekomme ich meine Tage? Eine Spitzenlösungsidee für diese Stimmung...:)
ich wär dafür!

Kommentare

  1. Ich kann mich ein wenig einfühlen und drück dich aus der Ferne. Meine Tochter kämpft auch damit und sagt immer wieder :"es ist nicht schön anders zu sein!" Nein , das ist es nicht, es ist furchtbar anstrengend und so schwer in seiner Mitte zu sein .

    Gut das wir nicht allein sind. Gut das es doch auch andere so fühlende gibt .

    Lass es dir gut gehen und fühle dich nicht als Last.

    Viele liebe Grüße
    Andrea

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