Der Putz muss ab!

Wieso? Frage ich den Maler, der vor meinem Büro einen Riesenwirbel veranstaltet.
"Der Untergrund war falsch" erklärt er mir und zeigt mir wie locker der farbige Putz drauf liegt. Wie er anfängt zu blättern und sich löst.

 Ja, so kenne ich das Leben auch. Wenn der Untergrund nicht klar ist, nicht richtig gewählt, wird die Fassade, das mühsam Farbige darüber sich lösen.
Der Untergrund sind unserer Grundentscheidungen

Ich habe in den letzten Jahren sehr viele Infos zu meinem Job als Pastorenfrau bekommen. Wie ich sein musste, nicht bin. Das ich einladen muss, nicht darf. Dass ich begrüßen und rumtelefonieren muss mit liebevolle Zuneigung für Jedermann.
Ich frage mich dann, was diese Fordernden als Untergrund gewählt haben. Geht es nur um Farbe und die Außen Ansicht?

Oder in den letzten Wochen ging es im Gespräch um einen jungen Menschen darum, wie wichtig es ist Prioritäten zu setzen. Unbedingt. Und Jesus zuerst, knapp nach der Bibel. Dafür sind Beziehungen unwichtig.
Der Untergrund für diese Fassade ist aber von anderen Werten getränkt: Leistungen bringen und
 zwar Topleistungen, um gesellschaftlich ganz oben mitzubestimmen. Dazu werden Freundschaften geopfert. Blasen entstehen in dieser scheinbar so makellosen Wand. Verletzungen, die dem Heranwachsenden auf Dauer schaden werden.

Es gibt viele Beispiele
Jesus zu gehören und doch mehr Zeit am Handy/ PC Spiel als mir gut tut
"Ich schaff das Typ"-sein wollen und auf Kosten des Partners leben, oder vieler, die ständig bei Familie etc helfen müssen
Menschenfreund sein wollen und doch urteilen über die Art Geld auszugeben
Topehe nach außen und innen gärende Vorwürfe
Muttersein wollen mit allem Pipapo und doch keine Zeit um mit dem Kind zu leben, da der Alltag zu wenig Karriere ermöglicht, oder zu viel Überwindung zum Da sein fordert



Unsere Grundentscheidungen zeigen, ob der Außen Anstrich halten kann.

 Für mich heute ein Bild zum Grübeln

Wo muss ich den Untergrund neu behandeln?
Entscheidungen treffen


Eine habe ich vor 13 Jahren getroffen: ( Achtung klassisches Aufregerthema!)
ich bin eine Mama, die Zeit mit ihrem Kind zuhause wollte und mir fällt es bis heute schwer berufstätig zu sein
Das Zusammenleben hatte ich erst bei Kind 3 richtig verstanden und genossen.
Unruhig wie ich bin, habe ich immer gelehrt und mich ausgedrückt. ich brauche keinen Job um mich zu spüren, etwas zu beweisen oder meine Ausbildung zu nutzen.

Ich fand es für mich wichtiger im Schlafanzug zu kuscheln, jeden Tag rauszugehen, mit den Kids krank sein zu können, mittags zu kochen und vor allem meinem Mann einen Ort anzubieten, wo er neben seinem Job ankommen kann. ( in der Zeit arbeitete er 70 Std die Woche)

Mich irritieren Frauen eher, die keine Zeit haben und ich überall höre "geht nicht, ich muss arbeiten!" ich habe viele Kinder mit an meinem Tisch gehabt vor 13 Jahren  und ermöglicht, dass die "coolen" taffen Mütter arbeiten gehen können. Sie Heldin sein lassen und das Hausmütterchen gewesen.
Mit vielen Übernachtungen, Essen, Bastelstunden.

ich habe nach einer Begegnung mit Gott ( das geht:)) vor 13 Jahren gespürt: ich muss meinen Untergrund reinigen.
ich von alten Verkrustungen befreien.
Loslassen

Mein anders sein akzeptieren und auch andere Frauen/ Mütter akzeptieren.

Für mich befreiend.
Ich werde nicht gefragt, aber wenn: ich würde es Familien erzählen, wie gut es uns getan hat Geduld mit dem Arbeiten-gehen zu haben.
Heute lebe ich als fast Vollberufstätige.

Das ist eine neue Episode und dieses Thema sollte nur zeigen, wie schnell der Putz sich vom Untergrund löst.
Ich habe noch mehr Entscheidungen getroffen, weil die Risse in meinem Putz unübersehbar sind.
Davon aber vielleicht irgendwann mehr










Kommentare

  1. Danke für den Gedankenanstoß. ;-) Darüber lohnt's sich nachzudenken...

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