Maria (2) im real Markt

Maria will nicht in den Einkaufswagen. Der Papa hat volles Verständnis: "Dann bleibst du schön an meiner Hand!". Mein Mann und ich sehen uns wissend an... klar, macht sie.

Wir treffen Maria wieder, mehr noch ihren rufenden, suchenden Vater.
Die Mutter schiebt stumm und unbeteiligt den Wagen und sammelt Lebensmittel ein.
Maria wird geschnappt, ausgeschimpft. Maria bekommt noch einmal die Welt erklärt, mit ernstem Blick nickt sie. Papa nimmt ihre Hand, zufrieden über seine Erklärungen und zwusch, weg ist sie...
Das ganze nochmal beim Käse, Joghurt, Müsli und bei den Chinesischen Zutaten.

Dort wird Papa sauer und schimpft so laut, dass mein Mann tief Luft holt und ich spüre: er überlegt, etwas zu sagen. Es fällt "unmögliches Kind! Nur Terror mit dir." die Mutter murmelt: "Sag
ich doch!".

Maria tut, was sie am Besten kann: ihre Welt entdecken. Staunen über Gänge, Gestapeltes. Gesund, sehr gesund so neugierig zu sein.
Ihre Eltern vergessen, dass sie 2 ist. Maria kann schon alles in ihren Augen.
Sie ist groß und vermutlich hochbegabt (:))

Maria darf gegen ihren Willen im Einkaufswagen sitzen. Spätestens nach einmal abzischen und den real nach ihr zu durchsuchen.
Was Maria durch die vermeidliche Freiheit und positive Entscheidung lernt ist:
ich bin falsch.
So viele Infos wie dieses Kind in 30 Einlauf über sich gehört hat, ist unverdaulich.
und alles nur, weil Eltern nicht mehr klar sein wollen. Keine positive Kommunikation, miteinander Spaß haben, erklären...nur Schimpfen.


ich weiss es klingt hart:
aber
wenn ich zu einem Kind unter 6 sage:
nein, du bekommst das nicht
nein, das möchte ich nicht
nein, nun geht es nicht

was lernt das Kind, wenn ich dann doch den zweiten Joghurt öffne, neues Brot schmiere, den Fernseher anknipse?
Es lernt: das Reden meiner Eltern ist keine Orientierung für mich.
Nicht: Mama hat mich lieb, sie macht mir das zweite und dritte Frühstück.

Einige Menschen möchten so erziehen. bewusst.
Das ist...bewunderswert.
Aber dann darf man in meinen Augen nicht vom Terrorkind sprechen, sich wundern, warum das Kind jammert und mault, warum es mehr und mehr und mehr "Macken" entwickelt.

Ich habe zb an Maria erneut realisiert, dass ich mit den Kids bisher einkaufen war, ohne ihnen Essen zu kaufen. Gejammer gab es auch nie. ( Nicht beim Einkauf meine ich) Ein Kind kann warten lernen: ab 18 Monaten darf es auf Trinken und Essen warten lernen. Wir hatten oft lustige Momente beim Einkaufen. haben Zahlen geübt oder Buchstaben gesucht, oder Milchpackungen. Ja, ich war danach k.o.- aber: Mutter sein heisst mehr als zu posten wie hart es ist, Mutter zu sein.

Entweder ich bin klar und handle (stehe auf, reagiere, lass den Trotzanfall über mich ergehen) oder ich sehe zu...

Kleine Warnung:
lernt Maria nicht, was Stop heisst oder Nein, wird sie viele negative Rückmeldungen in ihrem Leben sammeln.


Mein Mann meinte danach im Auto:" Nun ist das arme Kind schuld, dass ihre Eltern nicht erziehen wollen."
Und ich dachte im Schweigen: "und...wo bin ich so stumm geworden, wie die Maria Mama?"

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