Ein Brief an mein Kind





Vor 18 Jahren hat dein Leben mit einem echten Abenteuer angefangen. 
Die Geburt begann am 28.02 und schien nie mehr zu enden. Ich war sehr jung und ganz eifrig bemüht dich mit reichlich gesundem Stress durch Wehen zu versorgen:)- deshalb haben wir am 1.3 und 2.3. den Kaiserschnitt abgelehnt...
0:17Uhr
und endlich
das kleine Mädchen ist da.
Seit dieser Nacht sind wir zwei auf ganz wundervolle Weise bis in die Ewigkeit hinein verbunden worden.
Es war für unser Miteinander ein Ringen und Suchen nach den neuen Rollen. Du hast mir dabei sehr klar gezeigt und gesagt, was du brauchst…“ mehr singen, Mama!“. ich konnte es leider nicht so gut lesen zu Beginn. Ohne Unterstützung von erfahrenen Mummys hätte ich sicher noch sehr lange ich dacht, ich kann nicht Mama sein...

Geliebte Timna Christin, ich möchte Dir sagen, es gibt nichts Schöneres auf der Welt, als Dein Leben mit zu erleben! Ich danke Gott, dass wir Dich als geschenk erleben dürfen. Ich habe durch Dich so viel gelernt und bin zu einem anderen Ich geworden, während du ein Ich wurdest. Ich staune, dass Du mir so ähnlich bist: klar, kreativ, Sinn für Form und Farbe und ein untrügliches Gespür für Menschen und ihre Geschichten und Worte, helfende Worte. Und dabei so einsam und um Worte ringend.. was für eine Spannung.
Ich stutze über deine Ungeduld und deinen Perfektionismus, denn es erinnert mich an mich in Deinem Alter und es lässt mich gelassen lächeln, denn ich weiß, es wird irgendwann besser. Du wirst besser darin, dich zu verstehen und Anderen zu vertrauen.
Ich danke Dir für Dein kreatives Chaos, das Du an allen Orten hinterlässt, an denen Du Dich aufhältst. Ich staune, dass Du so gut planen kannst, das Schöne aufsaugst, oder singst, nähst und backst. Ich danke Dir dafür, dass du jeden Morgen mit guter Laune aufwachst, mich mit deinen strahlenden Augen anschaust und klar weißt, wie dein Tag laufen soll. Ich danke Dir dafür, dass Du unsere Welt so bunt machst. Dass du uns herausforderst, du es wagst mit uns zu streiten und dich (nach dem Vergraben) herausfordern lässt.
Ich leide mit dir, wenn die Erfolge Zähigkeit von dir fordern und du am Gefühl zu schlecht zu sein fast zerbröselst. Ich leide mit, wenn dein Eifer deinen Ton und Blick strenger macht, als dein Herz es denken möchte und denken kann. Wenn Freundschaften durch Schweigen zerbrechen und Dich hinterfragen.
Es ist mein tiefer Glaube, dass du in Gottes Augen eine Wellenreiterin bist. Jemand, die den Überblick behält und ihr Ziel im Auge behalten kann, egal welche Wellen toben. Du bist ein Segen für mich, unsere Ehe und unsere Familie. Gott liebt es mit dir Geschichte zu schreiben.
Vergib mir, wo ich Dir und deinem Wesen nicht gerecht geworden bin.
Wo meine Klarheit dich verletzt hat.
Wo meine Ideen deine Ideen erstickt haben.
Bleib dran, Gott in deinem Leben zu suchen.
Bleib dran, in Freundschaften zu investieren.
Bleib dran, dir Fehler und Neuanfänge zu gönnen.
Ich bleibe betend da für dich, denn ich liebe dich!

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