"Mein Kind ist so wundervoll..!

...schwärmt ein Vater.
Ich zucke innerlich und staune, wie er begeistert ist von seiner Tochter.
Ich bewundere ihn.
Er sieht, was ich nicht sehen kann.

Ich sehe, was er nicht sehen kann.
Und das ist


anders....
(Kind ist nicht zu einem Blickkontakt fähig, zappelt sich durch die Schule, hat aus meiner Sicht ein Problem mit dem Gehör....)


Mich erschrickt der Dialog bis ins Mark, denn es macht mir wieder mal bewusst, wie sehr wir auf die Rückmeldungen anderer angewiesen sind.
Wie sehe ich meine Kinder?
was sehen andere?

Mir hat mal jemand gesagt, mein Kind würde so angestrengt wirken, so pflichterfüllt. Erst empfand ich diese Rückmeldung seltsam: verletztend, übergriffig und unpassend.
Jahre später schälte sich heraus: es schien an dem Angestrengten fast zu zerbrechen. Dem Wunsch die Erwartungen als (Pastoren) tochter zu erfüllen.
Mir hat mal jemand gesagt, dass mein Kind professionelle Hilfe in einem Bereich braucht..Uiii was hab ich - als profi!!!!- die Welle gemacht. Diskutiert, abgewehrt. Schuldige aussserhalb des Systems gesucht.

Mein Kind ist wundervoll

und es ist so gut, dass ich es so sehe.. Es ist Gottes Idee von Liebe, dass ich begeistert für mein Kind bin.

Es darf wundervoll und herausragend bleiben, auch wenn ich Hilfe brauche, von Ärzten, Psychologen, Ergotherapeuten oder Seelsorgern.
Auch wenn es anders reagiert unter Stress, oder beim Einschlafen.
Wenn es nicht sprechen lernt, oder mit 7 Jahren immernoch nicht am Tisch sitzend Teil von einem Gespräch sein kann.

Ich sehe vermehrt Familien, die allein bleiben. Die Reibung mit anderen nicht suchen. Das Kind ist in Kita und GTS versorgt und zuhause ist dann Qualitytime mit wenig Alltagsreibungsflächen. Das Kind beim Schubsen oder drastischen Schimpfen zu erleben ist in diesen Zeiten rar- es bleibt also eine Gefahr nur einen Teil meines Kindes zu kennen. Mir hat das Leben mit anderen Familien geholfen. Sonntagstreffen auf dem Spielplatz, wo ich miterleb, wie mein Kind agiert. Wo ich eine Ahnung bekomme, wie ich in einem nicht fördernden Spiel mitspiele.

Unser Kind wollte lange seinen Schnuller. Noch als es drei Jahre alt war schlappte es überall damit rum. So praktisch für mich das Kind still zu stöpseln.
Eine Freundin hat mich dann angesprochen und in Kauf genommen, das ich beleidigt bin.
"Du zahlst für diese Ruhe einen hohen Preis. Die Zungenmuskulatur erlahmt durch den Schnuller. Es kann so Lispeln, lernt spät sprechen. Was viel wichtiger ist: dein Kind lernt nicht Spannungen auszuhalten und die Bedürfnisse zu äußern. Alles weggedrückt durch den Seelentröster. Es weiß nicht, wann es Nähe braucht, oder Durst hat. SCHNULLER! Als Bitte für alles."
Ich war beleidigt.
Mein Kind lispelt und hat bis 7 Jahre Logo gebraucht.

Ich bin eine Checklisten Mummy- mir hat das geholfen, um eine Ahnung zu bekommen, ob es noch eine "andere" Seite für mein Kind gibt...

Wie reagiert mein Kind auf Anweisungen und Bitten im Alltag?
Wie verhält mein Kind sich in Großgruppen?
Welchen Schwerpunkt hat mein Kind entwickelt, wo tut es sich schwer?
Wie erreicht sein Kind meine Aufmerksamkeit?
Wie akzeptiert mein Kind Grenzen oder Regeln von mir, Gruppen oder Fremden?
Welche Macke kostet mich Kraft?`
Wer kennt mein Kind und kann mir Rückmeldung geben?

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