Dauernörgeln

" Das war nicht gut kommuniziert!"
gestern war eine große Konferenz mit ins 620 Leuten, die von 8 Menschen vorbereitet wurde- in wenigen Treffen.
Haarig die stetig wachsende Zahl zu managen und die ganzen Ehrenamtlichen auf dem gleichen Infostand zu halten.

Die Feststellung der Reibungspunkte ist eine dringende Meldung, die immer wieder getätigt werden muss. Genauso wie
"ist das voll hier!"
"Der Kuchen ist leer!" ( ja, weil einige junge Männer bestimmt 7 Stücke hatten, wie sie mir stolz erzählten...)
"Das ist voll schlecht organisiert, dass man die Kinder abholen muss."
"Das Essen ist ekelig!" ( ist das nicht Niveau von einem 2 Jährigen? kann man nicht einen Tag etwas essen, was Mensch zuhause nicht isst???? Ich fands lecker und kam mir schon seltsam vor!)
"Ob der Tag so effektiv war, weiß ich nicht!"

Mich erschreckt das Nörgeln der Erwachsenen so sehr.
Es entzieht den 8 Helden die Kraft und die Liebe diese Events zu planen.
Aber noch trauriger ist:
Es verhindert, dass wir Gutes wahrnehmen.
Ich selbst bin die Fehlersuch- Chefin der Nation. Und das ist echt MIST!

Ich möchte so gerne für die Menschen um mich herum mit meiner Arbeit richtig Gutes ermöglichen. Etwas, was nicht durch Planungsfehler geschmälert wird. Dieser Wunsch kann ein dämlicher Ratgeber sein, denn im Nachhinein reicht ein Hinsehen und Auswerten.
Ich habe einen Menschen erlebt, der als Ehrenamtlicher bei einem Fest geholfen hat. Er hatte zwei Worte für mich als Organisatorin "Schlecht!" und "Unspektakulär!". Nach langem Grumpfen kam ich zu dem Schluß, dass diese Reaktion seine Art war, sich über das Projekt zu erhöhen. Er selbst hätte es nie ins Laufen bekommen. Diese Ahnung allein führt oft zu einem Nörgeln aus Schutz. ich mache dich schlecht, dann bin ich gut!
Ich mache die Kirchengemeinde schlecht, dann bin ich der Kenner!
Ich nörgle über Lehrer, denn ich bin viel besser darin 30 Kindern etwas beizubringen.
Ich nörgle übers Essen, denn ich weiß, was WIRKLICH gutes Essen ist.

Ich bin dann in einer Haltung, die nicht entspannt ist. Ich versaue mir dabei dann kleine Juwelen in Begegnungen und im Wahrnehmen. Ich möchte das so gerne ablegen, denn ich bringe meinen Kindern so viel durch das Nörgeln bei.

"Halt dich raus und sei unbarmherzig!"
"Denk nicht mit und lass dich bedienen!"
"Nimm, nimm und nimm!"
"Mach den Anderen für deine Emotionen verantwortlich!"

Wir versuchen als Familie kritisch und dennoch wohlwollend zu sein.
Gutes zu benennen.
Nach jedem Gottesdienst, und Event, Geburtstag
WAS WAR GUT?
WAS WAR DIR WERTVOLL?

Ich hab als junge Frau einen Segen gelesen, der beschreibt, dass wir das "Geschwätz böser menschen meiden sollen". Bis heute mahnt mich dieser irische Segen


"Irischer Segen" aus dem Jahr 1692
Geh´ deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast,
und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.


Steh´ mit allen auf gutem Fuße, wenn es geht,
aber gib dich selbst nicht auf dabei.


Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar
und höre die anderen auch an,
selbst die Unwissenden, Dummen -
sie haben auch ihre Geschichte.


Laute und zänkische Menschen meide.
Sie sind eine Plage für Dein Gemüt.


Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst,
wisse, dass Eitelkeit und Bitterkeit Dich erwarten.
Denn es wird immer größere
und geringer Menschen geben als dich.


Erfreue dich an deinen Erfolgen und Plänen.
Strebe wohl danach weiterzukommen,
doch bleibe bescheiden.
Das ist ein guter Besitz
im wechselnden Glück des Lebens.


Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften.
Die Welt ist voller Tricks und Betrug.
Aber werde nicht blind für das,
was dir an Tugend begegnet.
Sei du selbst - vor allem:
heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst.
Doch denke nicht verächtlich von der Liebe,
wo sie dich wieder regt.


Sie erfährt soviel Entzauberung, erträgt soviel
Dürre und wächst doch voller Ausdauer,
immer neu, wie das Gras.


Nimm den Ratschluss deiner Jahre
mit Freundlichkeit an.
Und gib deine Jugend mit Anmut zurück,
wenn sie endet.


Pflege die Kräfte deines Gemüts,
damit es dich schützen kann,
wenn Unglück dich trifft,
aber überfordere dich nicht durch Wunschträume.
Viele Ängste entstehen durch
Enttäuschung und Verlorenheit.


Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir.
Im übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selbst.


Du bist ein Kind der Schöpfung,
nicht weniger wie die Bäume und Sterne es sind.
Du hast ein Recht hier zu sein.
Und ob du es merkst oder nicht -
ohne Zweifel entfaltet sich die Schöpfung so,
wie sie es soll.


Lebe in Frieden mit Gott, wie du ihn jetzt für dich begreifst.
Und was auch immer deine Mühen und Träume
sind in der lärmenden Verwirrung des Lebens -
halte Frieden mit deiner eigenen Seele.


Mit all´ ihrem Trug, ihrer Plagerei
und ihren zerronnenen Träumen -


die Welt ist immer noch schön!


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