zum Leben erziehen

wenn ich ein Kind begleite, wollen zunächst die Grundlagen gelegt werden:
ja, ich bin da
ich nähre dich
ich halte dich

Je größer das Kind wird, sieht das Halten anders aus.

Ich komme an meine Grenzen- besonders wenn das Leben unfreundlich mit meinem Kind ist. Mein Instinkt ist dann:
ich kläre das!

ich hatte eine Freundin, die eine klärende Mutter hatte. War jemand frech oder unfreundlich und Sonja hatte etwas zu erleiden, stand der Opel Ascona der Mutter vor der Haustür und hat die Übeltäterin klein mit Hut gemacht.
Auch mir ist das passiert- ich wäre am Liebsten gestorben als die wortgewandte Mutter mich mit Schuldzuweisungen und Fragen überschüttet hat.

Die Sachlage war oft richtig und doch: die Beziehung zu Sonja bekam einen Knacks.Man wusste ja nie, wann wieder der Ascona vor der Tür stand. Bis heute ist es übrigens so, dass Sonja ihre Dinge durch Nicht- klären regelt, geht, wenn sie sich abgelehnt fühlt und Jahre später krass abrechnet., sie lächelt und schweigt und verglüt innerlich vor Zorn.

Ich springe als Typ Mutter auch oft in den Ascona.
Möchte anrufen, mich beschweren- weil es so weh tut das Kind herausgefordert zu sehen.

Zum Leben erziehen heisst aber- Asconafrei zu leben:)
Ich ermutige mein Kind seine Gedanken auszudrücken.

Natürlich darf mein Kind als 5 Jährige zu einem Geburtstag gehen, den es doof findet. Es ist eine Art von Respekt vor der Einladung. Es darf jedoch auch ausdrücken, dass es lieber nicht mehr zusammen spielen möchte und nein zu den weiteren Einladungen sagen.
Natürlich darf mein Kind Fehler machen, es darf auch lernen sich selber einen passenden Weg der Annäherung zu überlegen nach einem Streit.
Wenn mein Kind ausgeschlossen wird, muss es den Schmerz aushalten lernen und das Gespräch suchen. ( das sind meine Ascona Momente---puh da bin ich schon im Auto!!!)
Natürlich darf mein Kind an einem Lehrer scheitern. Bis zur 6. Klasse haben wir den Dialog als Eltern gestaltet, anschliessend die Kinder ermutigt sich auszudrücken. Oft mit erstaunlichem Erfolg.


Zum Leben erziehen heisst- akzeptieren, dass Schmerz und Auseinandersetzungen die Persönlichkeit fördern.
Wenn ein Kind schluchzend von der Welt verachtet auf dem Sofa hockt, ist diese Realität des Reifens sehr weit weg für mich.


Zum Leben mit Jesus erziehen

Ich erlebe Jesus in der Bibel recht klar: stelle Fragen, achte auf deine Gedanken und deine Haltung und starte immer wieder neu mit dem Menschen. Ohne Vorwürfe.

Wenn meine Kinder ihre Verletzung ausspeien klingt es oft so:"Der kann mich mal!"  "Ich lade den nie wieder zu meinem Geburtstag ein!" "Warum immer ich? Kann nicht sie mal den ersten Schritt machen?" oder "Dem Assi geh ich aus dem Weg!"

Ich bin in meinen Konflikte und Umgang mit Verletzungen Vorbild. Was schnaufe ich, wenn jemand mich trifft mit seinem Blick und Wort?
Wann gehe ich zu arg in den Konflikt, wann dürfte ich zügiger sagen, was in mir vorgeht?
Was ist mein Anteil?
Wie gehe ich damit um, wenn sich das gegenüber nicht entschuldigt und mich weiter herausfordert? ( herausfordert ist das nette Wort für ankotzt-merkste ne?)

Diese Art Erziehungsgrundlage sind für mich eine große Lektion. Ich bin täglich dazu herausgefordert.

In den letzten Monaten haben wir begonnen diese Herausforderer zu segnen- zusammen.
Nun spüren wir noch mehr- ins Leben erziehen ist mehr als nähren und Halt geben.

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