oh wie schlimm! Umgang mit Herausforderungen

mein Mann ist krank. Die ernste und quälende Phase haben wir wohl überstanden. Nur wenige haben verstanden, wie wohltuend es ist, umsorgt zu werden oder einfach nur einen Gruß mitzunehmen ins monatliche Krankenhaus- Date...
Es ist für uns erhellend, wie eine Herausforderung, wie Krankheit gesehen wird.
Es nervt mich zum Beispiel, wenn die Nachfrage als Chance genutzt wird seine eigenen unzähligen und besonders schlechten Erfahrungen auszubreiten... Es geht dann nicht um meinen Mann.
Toll ist auch, wenn die Menschen Fragen stellen wie:" Isst er genug Vollkorn?", "Hat er eine Bleivergiftung?", "Ich hab gehört, man soll jeden Abend kneippsche Güsse machen." "Er ist ja eh zu dick!" " ...und arbeitet zu viel!". Mit Geduld berichtet man dann über die unzähligen Wege der Diagnostik (die stark an das Tv Format Dr House erinnern) und je nach Zuhörer wird der Blick abschweifen oder bekümmerter werden.

In all dem geht es nie um den Erkrankten, um uns als Familie.
Nur ganz wenige haben gefragt.
Was braucht ihr?
Wie geht es euch mit dem Verlauf?

Unsere Kinder rechnen einigen Menschen hoch an, dass ihnen angeboten wurden sich bei Radreoperaturen zu melden oder bei Regal-anbring-Problematiken.

Henrik geht es gut.
Die Therapien schlagen an und derzeit gibt es die Vermutung, dass alle Herausforderungen mit Geduld und Infusionen geklärt werden können.

Und doch: jedesmal bei seinen 4 Tagen Krankenhaus gibt es eine Flut von Fragen, die nicht unsere Gedanken meinen:
 "Immernoch?"
"Oh weh, ihr Armen!"
"Wie haltet ihr das nur aus?"
"Hat er schon mal x und y ausprobiert?"

In den letzten Tagen haben wir viel darüber gesprochen, wie es uns damit geht.
Wir leben als Christen in einer Beziehung zu Jesus. Es meint für uns, dass wir versuchen en Hinweisen der Bibel zu glauben und freuen uns an Jesus in unserer Nähe.
Die Hinweie aus der Bibel geben uns einen deutlichen Wink, dass wir nicht "arm" sind, sondern Gehaltene und Beschenkte-immer. Egal, welche Tatsache sich in den Vordergrund schieben möchte.
Auch in der Zeit, wo wir nicht wussten, ob Henrik sterben kann, oder er im Rollstuhl bleibt.
Wir wenden uns an Begleiter oder an Jesus, wenn wir die Nase voll haben.
Wir gehen davon aus, dass Kraft und Mut "nachwächst".

Wir sind sensibel geworden, wie wir miteinander umgehen, wenn Krisen zu erleben ist.
Wir nehmen uns vor Ermutiger zu sein, Nachfrager und den Besserwissermodus zu minimieren.

Henriks letzte Idee war...
" Oh ja, wir halten es kaum aus, Uns würde es besser gehen, wenn du 100 Euro auf folgendes Konto überweist!"



:)

Kommentare

  1. Alles Gute für euch !

    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Als Henrik damals im Krankenhaus war, es ihm schlechter ging statt besser und ihr noch keine Diagnose hattet, fragte ich dich, wie es dir damit geht. Du antwortetest: "Gut!" Das kam sehr überzeugend. Mich hat diese Antwort beeindruckt und ich dachte: "Puhhh, wie ich wohl in solch einer Situation geantwortet hätte?" Wenn ich daran denke, welche Kleinigkeiten mich manchmal schon aus der Bahn werfen, dann zweifel ich daran, dass ich genauso hätte antworten können...
    Aber ich bin am Üben und habe mir angewöhnt, das Wort "Probleme" nach Möglichkeit nicht mehr zu gebrauchen. Das Wort "Herausforderungen"gefällt mir besser, das klingt so nach: "Ist zwar schwierig und anstrengend, aber mit Gottes Hilfe pack ich das an. Er kennt mich gut und traut es mir zu, damit fertig zu werden." Es hilft mir dabei, die Situation aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen, nicht so aussichtslos und überwindbar wie ein hoher Problemberg.
    Oft falle ich dabei ins alte Muster zurück, vor allem, wenn wieder etwas Neues auftaucht, und ich brauche ein Weilchen zum Umdenken. Aber ich merke, wie durch die andere Sichtweise die Situation doch ein ganzes Stück erträglicher wird. Ich finde es auch immer wieder mutmachend zu sehen, wie andere (z.B. Nick Vujicic) voller Gottvertrauen ihre Herausforderung annehmen. Das beschämt mich immer wieder.

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