Mutter sein

schon lange kriege ich Plagg bei dem Trend zu einem bestimmten Mutterbild- gern auf Facebook gesehen:
viel Arbeit- wenig Ehre: eine Mutter und so.
"Kleinunternehmen- Managerin" Zeug und so
"Steht ständig auf und bekommt nie nen Kaffee gebracht" und so.....

Ich hab krasse Vorbilder, dass sind Mütter,
die haben nie vor 20:30 Uhr den Fernseher an. Nie und zwar richtig nie. Auch wenn Kind krank ist nie.
die planen Bastelzeiten und Kreativmethoden in den Tag mit ein.Egal wie viel Dreck es macht.
die wissen welche Bücher die Seele pflegen, sie fördern und fordern und welche mit Sicherheit nicht.
die üben kochen und zwar mit den Kids
die üben Gelassenheit undfeiern tanzend Erfolge
die haben ein Herz und Raum für Andere, auch andere Kinder.

Aber vor allem- und das beeindruckt mich- reden sie Gutes über ihre Ehen und ihre Kinder.
Sie stöhnen nicht, wenn ein Apfelsaft kippt, oder die Hose nass geworden ist, als wäre der Weltfrieden in Gefahr.
Sie freuen sich über 6 Wochen Ferien: Zeit miteinander!
Sie lassen kein Chaos zu und haben die Zügel in der Hand, aber auch Ideen im Kopf.
Sie schimpfen nicht über das Kind als " Doof" " Dumm" " Fett" " Langsam" oder " ne Zumutung" oder " die nerven so!". ( Das gibt es leider wirklich)

Das sind Mütter. Nicht die, die so tun als ob. Immer Ausreden haben, warum man nicht einen Speilplatz oder einen Wald erkunden kann ( "Mit meinem Kind geht das nicht!"), wo immer Andere Schuld sind: gerne die bösen ErzieherInnen oder die unkompeteneten Lehrer! Die können ja gar nichts!!

Ich möchte nicht so werden. Die Falle ist so verlockend.
Ich muß genau hinsehen, wo ich zu feige bin Klartext mit dem Kind oder zB dem Lehrer zu reden.
Ich habe mal wochenlang Groll auf eine Lehrerin gepflegt. Ja obwohl ich Christ bin. Leider. s ginbg um Mathe Grundschule. Doofe Pyramiden. Jeden Tag Terror. Irgendwann - viel zu spät Mut mich zu fragen:
warum muß mein Kind alles können? Warum hab ich Angst, dass es nicht mitkommt? Was sagt meine Angst meinem Kind? Was lernt es grad vom Leben: ich bin falsch?
Und dann auch- nach eingen Zwischen elterlichen Lästerein Mut die Lehrerin anzusprechen. Die ja Geld fürs Nixtun bekommt, nichts kann, schliesslich auch keine Kinder hat und eh einen schlechenten Ruf...Ihr seht- ich war im Bilde über die " PERSON".
Sagt sie: "Vielen Dank. Die Rückmeldung ist mir sehr wertvoll. Ich fand die Pyramiden auch immer viel zu schwer, aber nie hat jemand etwas gesagt. Das Kind soll unbedingt allein die Hausaufgaben machen, damit es Mut zur Schule bekommt und sieht: ich schaffe es allein. Was sie nicht hat, ist nicht schlimm!"
Ich habe mich so geschämt.
Habe meinem Kind den Lernstart erschwert, weil ICH Angst habe eine falsche Mummy zu sein. Und übrigens der Schwester gleich mit, die das Theater immer mitbekam und sich dachte " Ahh so ist Schule... oh weh!"
Ich hab so viel Wut, Groll und Leidenschaft in ein Feindbild gelegt.
Ab diesem Zeitpunkt segnen wir Lehrer, geben Rückmeldungen und gehen erstmal davon aus, dass unseren Kindern Gutes widerfährt.


Ich will mich täglich neu motivieren lassen Gutes zu sprechen und meine Lahmheit überwinden. Ich gebs zu: leichter wäre es dem " Mutter sein ist so ein harter Job gejammere" auch zu verfallen.

Erinnert mich dran, wenn ich es tue oder schickt mir so ein Scheiß über Mütter von Facebook


Kommentare

  1. Zwar nicht zum Thema "Mutter sein", aber zum Thema "Pyramiden", weil es mich an meinen Unterricht erinnert hat: Ich find die auch doof - das denk ich jedes Mal, wenn ich sie mit meiner Klasse bearbeite, mir hat es nur leider noch keine Mutter als Bestätigung gesagt. :-D Die normalen, die man einfach Schicht für Schicht von unten nach oben aufbaut, sind ja ok, aber die mit den Lücken zwischendurch sind blöd... Leider kann ich sie nicht weglassen, aber ich behandel sie so kurz wie möglich, denke auch: Die Kinder merken es (wohl eher unbewusst) eh, wenn ein Lehrer nicht so hinter dem steht, was er da versucht zu erklären... Und wahrscheinlich wird es vielen Schülern dann auch deswegen schwer fallen diesen Stoff zu verstehen. Also brauch ich mir keine große Mühe zu geben und unterrichte lieber das ausführlicher, was ich selbst sinnvoll und motivierend finde.

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