Schule ist genial!!

Die Schule ist ein Thema, was Eltern zu Monstern mutieren lässt. Ich kenne den Grund, denn ich fühle ihn oft selbst:
" Es geht nicht um mein Kind ( mein Baby übrigens!!!), sondern hier wird Leistung pauschal abgefragt!".grr
Was mich aber sehr sehr sehr geprägt hat sind die Worte des Schulleiters, als mein Baby in die Schule kam. Das erste Baby auch noch- das doch viel kuschelger bei mir DER Mama bleiben sollte...

- Denken Sie gut über Schule
- Denken Sie gut über ihr Kind
- Lassen Sie ihrem Kind die Chance selbst zu leben.
- Beten Sie und übernehmen Sie Verantwortung.

Okay, einige werden mit den Augenrollen und denken: "Du hast gut reden. Das geht nicht! bei der Lehrerin oder DEM Schulleiter!".
Ich versuch zu beschreiben, was ich dort verstanden habe:

Denken Sie gut über Schule
Wir haben die Angebwohnheit zunächst davon auszugehen, dass alle Lehrer dämlich sind und zu wenig arbeiten. Alle Ärzte auch und auch Pastoren, Polizisten und Frau Merkel.
Es gibt Lehrer, die nicht das Kind sehen, so wie es Mütter, gibt die ihrem Kind Kaffee in die Falsche geben (echt!).
Wenn ich so denke, spürt das mein Kind. Es lernt: hier in dieser Schule werde ich unglücklich. Es kann gar keinen Spaß am Lernen entwickeln-. darf es nicht, denn sonst verrät es seine Eltern.
Schule ist eine Chance!
Eine Ehre!
Ja sogar bei DEM Schulleiter. ich weiß wovon ich rede.
Ab der dritten Klasse haben wir zuhause Sachunterricht zusammen nachgearbeitet- aus Freude (echt!) oder Landkarten gebastelt. Heute haben wir als Familie eher einen Faible für Geschichte und Soziologie und Deutsch. Mein Mann liest die Lektüre der 12. Klässlerin, um mit ihr neue Dinge zu entdecken.

Denken Sie gut über ihr Kind
Der beste Freund meines ersten Babys konnte nach 3 Wochen Schule lesen. Wir reden von Büchern. Mein Baby aber jammerte und bekam nichts auf die Kette. Nichts.
Jeden Mittag gab es Tränen und ich las heimlich von pränatalen Schäden und die Folgen auf das Leseverhalten. Ich sah mich schon bei der Förderschule vorsprechen. Klingt lustig- war es nicht. Gar nicht. ( hatte ich schon beschrieben)
Und wenn das Kind still, ängstlich und sensibel ist... noch mehr auf die Punkte 1, 3 und 4 achten.Kein " Ja, aber...!".

Lassen Sie ihrem Kind die Chance selbst zu leben
Mein Kind packt seine Schultasche ab dem 1 Tag (nach Ansprache des Schulleiters) selbst. Es vergisst den Turnbeutel selbst. Es zerknickt die Mathearbeiten selbst und denkt an die 6,50 Euro für den Ausflug. Es ist das Leben meines Babys.
Brav hat mein Mann dafür gesorgt, dass unser Kind (nach den Tränen) auch diesen Teil der Schulleiteransprache selbst tun durfte: Hausaufgaben. Ihr Lernerfolg, ihre Lernfragen, ihre Wutanfälle.Baby 2 und Baby 3 haben sogar ab dem Herbst des ersten Jahres sofort allein gearbeitet- keine Lust auf meine Tränen:).
Als ich das verstanden hatte, konnt ich viel mehr an unsere Beziehung arbeiten, als an den Grammatikübungen.
In regelmäßigen Abständen frage ich alle drei Babys: "Brauchst du mich in der Schule? Muss ich mal einem Lehrer sagen, wie wundervoll du bist? Oder wird gar ein Lehrer mir sagen, was nicht so genial klappt???". Das Augenrollen und Kopfschütteln ist erst Spaß und dann kommt mit großen Ernst: "Ich sag, wenn was ist!".

Manchmal wurde die Wut als Soße zum Mittag serviert und wir haben zusammen überlegt, was zu tun ist. Alle haben es ab der 6. Klasse geschafft ihre Lehrerwut selbst mit dem Fachlehrer zu klären.Hochachtung, Babys! Mühsam halten sie mich davon ab mich einzumischen....

Ich stelle mich so den Lehrenden vor: "Ich gehe davon aus, sie machen ihren Job mit großen Engagement. Ich erwarte eine Hinweis von Ihnen, wenn etwas an dem Verhalten meines Kindes auffällig ist. Schule ist sein/ ihr JOb und ich bin nur Begleiter. Brauchen Sie etwas von mir, melden Sie sich bitte!". Mit 90% alle Lehrenden kommen wir tiptop aus.

Beten Sie und übernehmen Sie Verantwortung
Wir segnen die 10 % der Lehrenden, die in unseren Augen " ne Meinse" haben. Bewusst. Mit allem, was Gott so Gutes hat. Auch die " Doofen" in der Klasse oder die, die andere ins Klo sperren.

Mir hat es geholfen die Schule nicht mehr als Gruselort zu fühlen, als ich Elternsprecherin wurde. Ich habe einmal pro Woche mit der Lehrerin telefoniert und mich freiwillig zu Ausflügen und Bastelaktionen gemeldet. Auch " Hübsch" wie Eltern dann da hinten in der Klasse sitzen und halblaut über die Lehrerin lästern,die vorne Ansagen macht. Besonders hübsch, wenn dies Menschen waren, die mit mir zur Kirche gehen. Seufz.
Da wo mir Schule zu lieblos war, konnte ich also mit Adventskalenderchen, Bastelaktiönchen oder Überraschungen mitgestalten.

Und ja- wir haben sehr schwere Schulerfahrungen durch. Kinder, die quälen und Eltern die zermürben (und tatsächlich schaffen, dass ihr Kind so bessere Noten bekommt!). Lehrer, die kein Gespräch akzeptieren und Stammtische, die unterirdische Mobbingaktionen planen. Ich könnte Bücher schreiben.

Gut tut meinen Kindern aber nur, wenn ich Ihnen helfe Schule zu lieben. Krisen zu meistern und dabei selbst aktiv zu sein.
Wüsste ich, wie gut meine Babies das können- es hätte mich vor 12 Jahren so entlastet...


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