Hinterrücks

meine Tochter kann gut singen. Zunächst unbekümmert und nach den ersten Solo Liedern gab es Rückmeldungen, dass sie sich in den Vordergrund spielt. Auch direkt an sie.
Sie singt gerne- aber nicht mehr vor uns und ihrer Kirchengemeinde.

Ich kenne ein Mädel, dass super Theater spielt... Auch sie bekam Hinweise, dass doch auch einmal andere Rollen bekommen sollen. Nun spielt sie nicht mehr gern.

Ich kenne einen jungen Mann, der gute Gedanken in Predigten weutergibt- Na? ihr ratet schon?

Mir scheint- wir können nicht ertragen, wenn jemand etwas richtig gut kann. Sofort fallen Worte wie
arrogant
eingebildet
übertrieben

oder noch fieser.

Ich selbst habe diese Worte versucht einzusammeln, das sie auch ( nicht nur einmal) mich betrafen.Ich höre von Dritten, die mir aber leider nicht sagen können von wem, verletzendes. Puh.So will ich nicht leben. Es zieht mir den Boden unter den Füßen weg, wenn ich sehe, dass Faruen aufhören zu reden, wenn ich komme, oder plötzlich neue Teams sich gründen und zwar so, dass ich davon nichts wissen weiß..."Wir haben dir extra nichts gesagt...!" oder sich die Klangfarbe einer Freundschaft ändert, seid dem eine Freundin mehr mit Frau X unternimmt.
Es ist so schwer immer gerecht zu sein und bewusst hinzu sehen, woher diese Missstimmung kommt. Ich möchte auf mich achten...Wie oft bin ich Ursache?


Ich muß dann an folgende Geschichte denken...:

Eine Frau suchte das Gespräch mit ihrem Pastor, weil sie ihr Gewissen plagte. Sie hatte schlecht über eine andere geredet und diese Nachrede war nun zu der anderen gelangt – die Beziehung zueinander war zerstört. Die Frau fragte, wie sie denn ihre Tat wieder gut machen könne. Der Pastor riet ihr zu einem persönlichen Gespräch mit der Betroffenen und betete mir ihr um Vergebung. Gleichzeitig mahnte er, dass die Tat eine Sühne erfordere und gab der Frau ein Federkissen mit. „Tragen Sie dieses Kissen in Ihr Haus, das hundert Schritte von meinem entfernt steht“, sagte er. „Dort schneiden Sie ein Loch in das Kissen und kommen wieder hierher zurück, indem Sie unterwegs immer eine Feder nach rechts, eine Feder nach links werfen. Dies ist der Sühne erster Teil.“
Die Frau tat es und als sie dem Pastor die leere Kissenhülle brachte, fragte sie: „Und der zweite Teil meiner Buße?“ „Gehen Sie jetzt wieder den Weg zu Ihrem Haus zurück und sammeln Sie alle Federn wieder ein.“ Die Frau stammelte verwirrt: „Ich kann doch unmöglich all die Federn wieder einsammeln! Ich streute sie wahllos aus, warf eine hierhin und eine dorthin. Inzwischen hat der Wind sie in alle Himmelsrichtungen getragen. Wie könnte ich sie alle wieder einfangen?“
Der Pastor sagte ernst: „Sehen Sie! Genau so ist es mit den Gerüchten. Einmal ausgestreut, laufen sie durch alle Winde, wir wissen nicht wohin. Wie kann man sie also einfach wieder zurücknehmen?“


Wie oft streue ich hinter dem Rücken übles? Interpretiere Blicke? Denke laut schlechtes über Lehrer, Ärzte, Pastoren oder Sachbearbeiter im Arbeitsamt?
Wie oft bin ich streng mit den Fehlern meiner Kinder?Meiner Eltern?

Ich bin traurig, dass mein Kind nicht zeigen kann, was es kann. Nicht weil ich angeben will, sondern weil diese Offenheit tut uns gut: zeigen was in uns lebt. Uns fördern...gegenseitig. Nicht erdolchen mit Blicken und Tuschelei.

Mich beschäftigt das Thema aus aktuellen Anlässen...guckst du auch bei http://www.dertheorist.de/?p=492

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