"Ich war es nicht!"

mir erzählen viele Menschen Dinge, die ich gar nicht hören will. Das liegt hauptsächlich an mir. Ich bin ein offener Zuhörer und BÄM höre ich Dinge, die sich nicht gut verdauen lassen in einem Steffi-Gefühlsbauch. Ich bin da sehr große Lernende schneller " Stop!" zusagen, oder "Ist das wirklich nützlich, wenn ich das jetzt weiß?". Worum es in diesen Gesprächen geht? Wer mit wem Streit hat und wieso, wer sein Kind falsch erzieht und wieso und wer sich verschuldet und wieso. Wer schlecht kocht und wieso, wer die Tür offen gelassen hat und wieso, wer sein Handy zu viel/ zu wenig nutzt und wieso.Und besonders: wer sich übersehen/ verletzt/ missachtet/ übervorteilt fühlt und wieso.

Das allein ist schon Übungsfeld genug...
Was mich aber noch viel sehr mehr aufwühlt ist jedoch, wenn ich mich unterhalte und in einem Versuch einer Klärung ein " Ich war das nicht!!" kommt.
Seid Jahren (!) übe ich mit den Kindern der Friedenskirche diesen Satz zu vermeiden... Warum?
Weil es nach einem Dilemma eine schwierige Angelegenheit nicht löst und alle sich zurückziehen. In diesem Rückzug förmlich genießen, wie jemand anderes SCHULD ist. Gerade bei Erwachsenen erschüttert mich das.

Ich habe gelesen, dass es kindlich ist Schuld zu klären. In der Phase der Kindheit ist diese Reaktion natürlich und wer sich oft falsch behandelt gefühlt hat, wird umso schneller rufen " Ich war es nicht!". Bis ins hohe Alter. " ich war es nicht, der die Beziehung zu den Kindern so kühl hat werden lassen..." "Ich wollte diesen Kurs der Kirche nicht mitgehen...aber", "Ich habe den Druckauftrag nicht gegeben, der 1000 falsche Kopien ausgelöst hat!"

Aus der Bibel kenne ich eher die selbstkritische Frage: " Herr, bin ich´s?"... Bin ich es, die  Tür offen gelassen hat? Jemanden ausgeschlossen hat? Neidisch ist, auf die tolle Einrichtung/ Reiseziele/ Kinder?
Erwachsen werde ich, wenn ich aushalte mein Verhalten und mein Fehlverhalten anzusehen. Mich zu entschuldigen, Folgen wahrzunehmen.
Viele Eltern geben da auf: es wird es bisschen geschimpft, aber die Folgen eines Fausthiebs oder eines zerstörten Spielzeugs für den Geschädigten anzusehen ist bitternötig, um zu reifen.

"Ich war es nicht!" fragt immer nach Schuld bei Anderen. Meine Schuldfrage ist geklärt. ich bin durch meine Freundschaft zu Jesus eine Entlastete. Mein ExChef hat immer gesagt:"Ich will nicht wissen, wer es war, sondern was wir daraus nun machen können!". Bei ihm war eine erwachsene und entspannte Abeitsatmosphäre möglich.

Daran will ich denken, wenn ich eine Überweisung vergessen habe, jemanden verletzt habe- der Reflex den Schuldigen zu suchen ist kindisch und vergiftet Atmosphäre...





Kommentare

Beliebte Posts