aufsaugen

in der Elternkind-Oase haben wir ein Experiment gemacht: eine Rose wurde in Wasser mit Tinte gestellt.
Sie hat die Flüssigkeit eifrig aufgesogen und ich musste sogar Tinte nachfüllen, da die Farbe weniger wurde. Jeder von uns hat in seiner Kindheit Dinge aufgesogen, die das Umfeld gefärbt haben. Wunderschöne Momente, die uns fördern und stärken- aber auch einzelne Blicke und Sätze, die wir erinnern...Die uns seufzen lassen, oder auch Kummer machen. Die uns zu dem machen, wer wir sind.
Oft ist es so, dass diese Färbungen erst für uns sichtbar werden, wenn wir Eltern werden. Wie in der Bluem brauchte es einen Zeitraum bis diese Farbe sichtbar wird. Erst nach einem tag zeigte sich an der Blüte erste Farbschatten...Auch bei uns werden diese Nuancen erst verzögert sichtbar. Wenn unsere Hoffnungen und Überzeugungen mit unseren inneren Farbtönen streiten. Ich anders handel, als ich von mir denke oder hoffe.

Ich möchte zB gerne ein warmes, heimeliges Haus haben, aber Menschen spiegeln mir immer wieder: wie könnt ihr in dem Chaos leben? Gerade in der letzten Woche kam es erneut einige Mal zum Vorschein. Oft liebevoll gemeint, aber mich hat es zurückgeworfen in meinem versöhnt sein damit. ich werfe einen Blick in mein Büro (mein Gehirn) und mein Wäschezimmer und weiß, was gemeint ist.

Ich habe einiges aufgesogen, dass mich bis heute färbt und ich lebe damit diese Farbe kennenzulernen.

Gerade auch für das Muttersein, habe ich viele Dinge aufgesogen: Backe und koche gut, sei streng, Kinder müssen sich ruhig alleine beschäftigen, sei sauber. Als ich Mummy wurde stellte ich fest: ich backe grottig, bin eine wankelmütige Diskussionspartnerin und trage ein oft weinendes Baby umher. Alles falsch also. ich bin so falsch und ungenügend als Mutter.Meine aufgesogenen Überzeugungen machten mir das Leben schwer, sauber ist machbar, aber ordentlich eher nicht...wie auch, wenn so viel in meinem Hirn rumspringt?

Irgendwann habe ich einen Weg begonnen, durch andere Mütter inspiriert: aus den Färbungen ein Kunstwerk in mir zu sehen. Ich verlasse mich da auf Aussagen der Bibel und Gottes Blick auf mich. Er sieht nicht das Falsche, was ich mitbekommen habe oder bin. Gott sieht: Identität, Chance auf Verwertung zum Guten, Heilung. Wow.

Ich werde zum Ich, auch im Mutter sein.
Das alles gilt übrigens auch für die Kinder- Seite: das was unsere Kinder aufsaugen an Farbnuancen in unserem Miteinander- auch die Missstimmungen und "Fehler" im Erziehen, kann Gott zum Kunstwerk werden lassen.


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