sei nicht halb( tags) tätig!

in den letzten Wochen ist ein Grundtenor in Blogs, Post und Zeitschriften  mir echt auf die eh wenige gute Laune gegangen:

"Ich schaffe nicht nichts / nicht alles!"  " Der Druck ist mir zu groß!".

Was tun wir Frauen, die Männer, die Eltern sich und ihren Kindern damit an?
Wir lügen
Wir lügen uns fest in ein Gefühl des Unzureichen seins.
Immer seufzen.
Immer missverstanden.
Immer halb.





"Ich schaffe nichts!"
Natürlich ist die Herausforderung groß Mama und halbtagstätig zu sein.
Wenn ich um 6:30 das Haus verlasse steht über all (!) Wäsche, Papier, Schuhe, Essen und das obwohl ich versuche zu üben abends aufzuräumen. Echt:)

Wenn ich gegen 14.30 Uhr wieder komme flasht mich das nicht selten.
Ich habe die Wahl...Ich nörgel gegen mein Leben an:
" Ohh niemand sieht was ich alles tue!"
" Alles muss ich allein machen1"
" Denkst denn keiner mit?"
" Ist denn alles selbstverständlich?"

Oder: ich entscheide mich nicht halb tags zu sein...halb im jetzt... immer mit den Gedanken und Seufzern in der anderen Hälfte.

Was ich schaffe ist: morgens die Spülmaschine auszuräumen und wieder einzuräumen. Immerhin!
ich nehme meine Kinder bewusst wahr und mache nebenbei die Wäsche oder auch nicht. Oft oder auch nicht.
Ich bin froh, dass ich voll da sein kann, wenn sie mir ihr Plakat für das Referat zeigen wollen.




Ich bin nicht halbtätig, sondern habe eine volle Anforderung als Pädagogin und eine als Mutter. Ich bin damit beschenkt, dass ich meine Kinder erleben kann und morgens arbeiten gehe. Das ist nicht selbstverständlich: eine Frau aus meinem Umfeld geht oft erst dann los zur Arbeit, wenn ihre Kinder aus der Betreuung kommen. Das wäre für mich belastend.

Mir hat eine Frau letzte Woche erzählt, dass in ihrem Tätigkeitsfeld keiner mehr bereit ist einen Beitrag zu leisten. Es geht nicht um eine Datenanalyse, sondern um einen Schwung Äpfel oder Muffins in einer Kindergruppe. Die Gruppe steht vor dem aus. Weil wir so überfordert sind? So ko?


Ich denke oft: ich schaffe das nicht.
Ich lüge mich fest.
Sehe nicht, was ich schaffe.
Wo ich beschenkt bin.

Ich habe in den letzten Wochen zB das Fernsehen eingeschränkt. nur um 1-2 Stunden und plötzlich habe ich Zeit, um schwimmen zu gehen, zu putzen oder zu beten. Noch nicht oft genug für mein Gefühl.
Wie viel zeit lese ich im Handy und jammere weil ich nicht zum lesen komme?


An meiner Haustür stand in den letzten Wochen- als Henrik zur Reha war ein Spruch...
Es war nämlich eine unfassbar volle und dichte Zeit, sehr oft eingeholt vom " Halb"- Sein. Und doch: Gott kämpft für mich und ich will still sein. Aufhören zu grummeln, zu nörgeln und zu sagen, was ich alles nicht tun kann ( Freunde sehen, shoppen, frühstücken, Fenster putzen)

The Lord will fight for you
you only Need
to be still!




" Der Druck ist mir zu groß!"
Ich habe oft einen hohen Druck und spüre das auch an anderen.
Ich bin so dankbar für Menschen, die mir helfen zu fragen: Woher kommt der Druck? Woher will ich wissen, was der andere fordert oder denkt? Warum sollte ich diese Erwartungen erfüllen.

Anstrengender ist der Druck an mich selbst: was ist eine erfolgreiche Frau im Job. ich bin es nicht.
Wäre es gern
Wäre gern belesen, sportlicher, gastfreundlicher, mütterlicher, lustiger.
Dabei bin ich es in den Augen meiner Mitmenschen oft schon.

Wenn ich also ganz und nicht halbtags bin, dann darf ich über mich schmunzeln, wenn ich sehnsüchtig nach Blogs schiele, die Hammer-Bücher vorstellen oder toll detoxen.
Im Jetzt bin ich Lebensberaterin, Whattsappermutigerin, Kartenschreiberin.
Manchmal Heldin, manchmal Heulsuse.


The Lord will fight for you
you only Need
to be still!



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